Tribal-Frisuren findet man häufig in der "Raver-Szene".
Seinen Ursprung hat die Bewegung Ende der 80er Jahre in England, als dort auf vielen Partys zu Acid House (ein in Chicago, USA entstandener Musikstil) gefeiert wurde. Die Partys hielt man in großen Lagerhäusern („Warehouse-Partys“) ab. Diese Tanzveranstaltungen zu monotonen rhythmischen Bässen, gepaart mit melodischen Klängen erfreuten sich immer größer werdender Beliebtheit und man nannte sie kurz „Raves“. Daraus entstand eine eigene Jugendkultur die Anfang der 90er Jahre auch nach Deutschland überschwappte. Toleranz und Akzeptanz stehen für die Philosophie der Szene: viele unterschiedliche Menschen vereint von der Begeisterung für eine gemeinsame Musik. Weiterreichende politische Ziele definierte man nicht, keine Rebellion gegen das System, auch wenn von einigen damaligen DJ’s der Begriff „Raving Society“ gepriesen wurde, mit der Vision die Technokultur auf die gesamte Gesellschaft übertragen zu können.
Der Masse erscheint eine gesamt-gesellschaftliche Veränderung eher unrealistisch oder als nicht erstrebenswert. Vielmehr beschreibt das Lebensmotto „Enjoy yourself“ den Geist der Szene, der sich letzten Endes durch alle Untergruppierungen der elektronischen Tanzmusik zieht - sei es nun House, Elektro, Techno, Trance oder Gabba (um nur einige zu nennen).
Dies machte sich, wie sollte es auch anders sein, die Industrie zunutze und entwickelte „mainstream“ kompatible Trends. Anfangs trug man auf den Partys Schutzanzüge und Warnwesten, später kamen Sportanzüge aus den 70er Jahren und Second-Hand-Schlaghosen in Mode. Die Bekleidungsindustrie griff dieses Styling auf und vermarktete erfolgreich die so genannte „Club-“ oder „Streetwear“. Mitte der 90er Jahre sah man in den Clubs einheitliche Outfits bestehend aus Plateau-Schuhen, Schlaghosen, eng anliegenden Nylon-Shirts, Nylon-Steppwesten und Neopren-Jacken, die auch heute noch gern getragen werden, gerade auf „Mega-Raves“ wie der Mayday, Nature One oder der Love Parade. Verbreitete Accessoires waren und sind Arm- und Halsbänder, Ringe, Ketten und Piercings. Vom Beginn der Vermarktung an wurde unter dem Namen „Clubwear“ auch teure Markenmode verkauft, woraus sich das Erscheinungsbild vieler heutiger Clubgänger entwickelte. Aufwendig gestaltete Kleidungsstücke kombiniert mit einer ganzen Reihe von zusätzlichen Styling-Elementen prägen das Bild. Eigene Clubwear-Modelabels wie VSCT oder Ed Hardy wurden aus der Taufe gehoben, deren individuelle Kollektionen ihren Preis haben.