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Gothic Style mit bunten Haarsträhnen © Clarissa Schwarz / PIXELIO

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Die Gothic-Kultur entstand Ende der 70er aus dem Post-Punk-Umfeld. Angelehnt ist diese Szene an einen in England entstandenen Musikstil, der aufgrund seines dunklen und dumpfen Klanges, sowie seiner verwendeten Themen als "schaurig" aufgefasst wurde.

Einige besondere Frisuren der Gruftie-Szene sind "Tellerminen" oder "Krähennester" (kreisförmig ausrasierte Haare, wobei das meist schwarze Deckhaar mit Haarspray zu einem tellerartigen, flachen Gebilde geformt wird), "Trauerweidenfrisuren" (abgeleitet vom Irokesenschnitt der Punks, jedoch sind die Haare meist länger und hochtoupiert), Waverfrisur/ Undercuts (langes Deckhaar, Rest seitlich und hinten auf ca. 3mm rasiert), teilweise sehr hoch toupiert oder zum Zopf gebunden. Diese Formen werden eher von männlichen Grufties getragen, Frauen bevorzugen lange strubbelige und extrem toupierte Haare. Eine Ausnahme bildet Robert Smith (Frontmann von The Cure).

Wenn man heute von Gothic spricht, meint man jedoch zumeist einen anderen Teil der Schwarzen Szene, der die Styles der Grufties zum Teil aufgegriffen und stark verändert hat. Der Gothic-Style fällt mehr als jeder andere aus dem Rahmen der Gesellschaft, weshalb er sich in der heutigen Zeit, in der das Verlangen nach Individualität teils paradoxe Ausmaße annimmt, auch wachsender Beliebtheit erfreut. Daher finden sich im Internet Massen an Communitys, die auf diesen Zug aufspringen und dem Geltungsbedürfnis der Menschen Rechnung tragen. Zumal die moderne Gothicszene sehr "zeigefreudig" ist, was in den Medien und bei deren Konsumenten natürlich immer zieht. Längst hat man auch das "Szenezubehör" kommerzialisiert: Plastiktotenköpfe und Plüschfledermäuse reichen hier wohl als Extrembeispiele.

Gothic ist also nicht gleich Gothic ist nicht gleich Gruftie. Es wird noch verwirrender.



Übersetzt heißt Gothic nichts anderes als Gotik, bezieht sich also namentlich auf eine Epoche des als düster und blutig geltenden Mittelalters. Zwischen der Gothic- und der Gotik/Neogotik-Szene besteht zwar kein direkter Zusammenhang, sie werden aber mittlerweile in den Medien parallel genannt. Anhänger von Mittelaltermusik hüllen sich in Gewänder, die dem Mittelalter nachempfunden sind. Dazu werden die Haare meist natürlich offen oder in Zöpfen und sehr lang getragen.

Gothic Girl Und dann gibt es noch die neumodischen Gothics. Diese ziehen gerne so wenig wie möglich an, zumindest die Gothic-Girls. Durch die Vermischung mit der SadoMaso/Fetisch-Szene nimmt die Faszination für das Düstere und Vergängliche sehr bizarre Formen an: Man spielt gern mit Kunst- oder sogar echtem Blut, preist mittelalterliche Foltermethoden an und presst sich in knappe Lack-Leder-Latex-Outfits. Es dominiert der "Schneewittchen"-Look: weiße Haut, blutroter Mund, schwarzes Haar (und Outfit). Bei den Frisuren kombiniert man heute das lange glatte schwarze Haar mit auffallenden Strähnen in leuchtendem Violett, Blau, Pink, Grün, sattem Bordeauxrot oder auch blondierten Haaren - also mit der Farbenfreude, die man von Punkfrisuren kennt. Accessoires greifen Symbole wie Totenköpfe, Kreuze und Pentagramme auf.




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