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Bildquellen:
Alte Gemälde, Skulpturen (Römer Foto © George Shuklin) und Fotografien via Wikimedia Commons und www.zeno.org

geschichte der frisuren



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Altertum (1900 v. Chr.)


Die Geschichte der Barbiere und Friseure lässt sich bis ins alte Ägypten zurückverfolgen. Damals noch als „Haarmacher“ oder „Schmücker“ bezeichnet, konnten sie zu hohem Ansehen und Reichtum gelangen, wenn ihnen das Glück zu Teil wurde, als Hofbeamte und Vertraute des Pharao zu dienen.
Ergrauen und Haarausfall wurde unter den Mächtigen gleichgesetzt mit dem Verlust von Macht und Ansehen, somit waren die Fähigkeiten der Barbiere und Friseure hoch geschätzt. Schon damals haben sich Spezialisten für verschiedene Tätigkeitsbereiche herauskristallisiert. Differenziert wurde zwischen dem Reinigen und Salben des Körpers, der Pflege des Haars, dem Färben und Gestallten von Augenbrauen und Kopfhaaren, der Schminkkunst und der Herstellung und Gestaltung von Perücken. Der Ideenreichtum zum Frisieren war schon recht bemerkenswert. Mit Harzen, Wachsen und Ölen, sowie erhitzten Tonwickeln wurden die Haare gestaltet, Pflanzenfarben wie Henna und Indigo wurden zum färben verwendet und als Kopfschmuck dienten Bänder, Diademe, Lotusblumen, Goldreifen und bunte Steine oder es wurden Perücken und Bärte aus einem Haar-Wolle-Gemisch getragen.
Auch unter der einfachen Bevölkerung fanden sich Barbiere, die sich mit ihrem Handwerk aber nur schwer über Wasser halten konnten. Diese Entwicklung zieht sich durch alle Zeitepochen und wenn man sich die Gehälter des Berufszweigs in der heutigen Zeit anschaut, hat sich daran nichts geändert.
Eine handvoll Privilegierter bedient die Launen der Schickeria und der Rest kratzt mit 4,50 € die Stunde am Existenzminimum.

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Antike (500 v. Chr.)


römische Frisuren

Bei den Griechen und Römern wuchsen die verschiedenen Tätigkeitsbereiche wieder zu einem Handwerk zusammen. Ein Barbier schnitt Haare, Finger- und Fußnägel, kürzte Bärte, fertigte Perücken und Haarteile und beseitigte Hautschwielen, Warzen und Hühneraugen.
Zum Aufgabenbereich zählten auch kleinere chirurgische Eingriffe und die Hautpflege. Der Umgang mit Schminkutensilien wurde zu einer hohen Kunst weiter entwickelt. Verwendet wurden unter anderem falsche Augenbrauen, Wimpern und Zähne. Neben freien Barbieren wurden auch viele Sklaven dazu genötigt dieses Handwerk auszuüben. In den römischen Thermen nannte man Sklaven, die mit der Körperpflege und dem Massieren von Gästen beauftragt waren, Kosmeten, aus deren Bezeichnung sich das heutige Wort Kosmetik entwickelt hat.


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Kelten (1500 v. - 500 n. Chr.)

Zu den Kelten (lat. celtae, galli, griech. keltoi, galatai - die Tapferen, die Edlen) zählte eine Gruppe von Völkern in Mitteleuropa in der Eisenzeit. Im Süden des keltisch geprägten Gebietes grenzte anfangs noch der etruskische, später der griechisch-römische Kulturkreis an, nördlich des keltischen Einflussgebietes waren germanische Stämme ansässig.

Aus römischen Überlieferungen geht hervor, dass die Kelten für ihre Frisuren berüchtigt waren. Die Männer wuschen ihre langen Haare regelmäßig mit Kalkwasser, damit sie dick und steif nach hinten standen. Feinde sollten mit diesen Frisuren im Kampf erschreckt werden. Als Bart wurde ein dichter Schnauzer getragen.
Die keltischen Frauen färbten sich ihre Haare rot und steckten sie zu aufwendigen Flechtfrisuren hoch. Verziert wurden die Frisuren mit bunten Bändern, silbernen & goldenen Metallfäden, Haarnetzen & -nadeln.


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Germanen (1500 v. - 500 n. Chr.)

Die Germanen waren eine Anzahl von Völkern mit ähnlicher Sprache, Kultur und Lebensgewohnheiten, die in Nord- und Mitteleuropa lebten. Eine nationale Zusammengehörigkeit gab es unter den Stämmen nicht. Im Zuge der Völkerwanderung entwickelten sich aus diesen Stämmen die skandinavischen Völker, sowie das englische, friesische und deutsche Volk.

Die unverheirateten germanischen Frauen trugen lange Haare in der Mitte gescheitelt und entweder offen oder zu zwei dicken Zöpfen geflochten. Ihre Haare waren meist blond oder rot. Laut einer Sage, soll Atilla der Hunnenkönig in der Hochzeitsnacht von der germanischen Prinzessin Ildiko mit einem ihrer Zöpfe erdrosselt worden sein.
Die verheirateten Frauen hingegen steckten ihre Haare in ein Haarnetz, unter einen Schleier oder unter ein Kopftuch. Als Haarschmuck dienten Bänder und Blumen. Die Frauen hatten auch schon eine Möglichkeit gefunden ihre Haare aufzuhellen. Dazu verwendeten sie eine Beize aus Milch und Kalklauge.
In der Bronzezeit trugen die Männer ihre Haare mittellang und steckten sie mit einem Schläfenring über den Ohren fest. Später wurden die Frisuren länger und passend dazu wurden Vollbärte getragen. Außerdem unterschieden sich die Männerfrisuren nach ihrer Stammeszugehörigkeit:
Ostgermanische Bastarnen (angesiedelt: nördlich des Schwarzen Meeres) trugen ihre Haare in mehreren geflochtenen Zöpfen zur rechten Kopfseite herüber.
Die Kimbern nutzten, ähnlich wie die Kelten, ihre Frisur, um bei einer Schlacht für den Feind möglichst furchterregender auszusehen. Sie färbten sich ihre Haare mit einer seifenartigen Paste aus Holzasche und Tonerde rot.
Die Süben trugen ihren bekannten geflochtenen Sübenknoten. Der seitlich über dem Ohr vom Kopf abstand. Die stärksten Krieger drehten ihre Haare zu einem Haarbusch direkt über dem Kopf. Damit wirkten sie vor dem Feind noch größer und angsteinflösender.


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Romanik (900 – 1250 n. Chr.)

Im Mittelalter entstand aus der Sitte, sich in Badehäusern und Thermen pflegen und verwöhnen zu lassen der Beruf des Baders. Dieser bildet die Grundlage für die Entwicklung des Friseurgewerbes in Mittel- und Westeuropa. In mittelalterlichen Badehäusern bekam man eine Rundum-Behandlung.
Dort wurde einem der Bart gestutzt, die Haare geschnitten, der Körper gepflegt ... Männer wie Frauen trugen in dieser Zeit eine offene Lockenpracht. Wer von Natur aus glatte Haare hatte, ließ sich diese wellen.


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Gothik (1250 – 1500 n. Chr.)


Gotik Frau

Die Kirche schrieb vor, daß verheiratete Frauen ihre Haare in der Öffentlichkeit nicht mehr zeigen durften. Deshalb trugen die Frauen Hüte und Hauben, welche zum Teil mit Schleiern versehen waren. Dies sollte die Abhängigkeit der Frau vom Ehemann unterstreichen. Da in dieser Zeit eine hohe Stirn als besonders schön galt, rasierten sich die Frauen die Stirnhaare ab, um so einen hohen Haaransatz zu erzielen. Mit dem Ausbruch der Pest im 14. Jahrhundert kamen die Badehäuser immer mehr in Verruf, da sie als unhygienisch verschrien wurden.
Die Bader wurden in dieser Zeit neben Müllern, Schäfern, Spielleuten und Scharfrichtern zu den „unehrlichen“ Berufen gerechnet. Sie und ihre Angehörigen wurden deshalb in den Gasthäusern und Kirchen von den ehrbaren Bürgern gemieden. Den Kindern der Bader wurde das Erlernen eines „ehrlichen“ Handwerks untersagt.


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Renaissance (1500 - 1600)

Mitte des 14. Jahrhunderts verbessert sich die Situation für die Bader wieder. Die prachtliebenden französischen Höfe hatten großen Einfluss auf die Gesellschaft. Besonders die Frauen trugen in dieser Zeit aufwendig geflochtene und hochgesteckte Haargebilde. Die Haare wurden gebleicht und dann mit Henna rötlichblond gefärbt. Dabei kamen verschiedene Mixturen zum Einsatz, die teilweise die Kopfhaut so stark angriffen, dass sie zu Haarausfall führten.
Bei Männern wurde ein besonderes Augenmerk auf die Bärte gelegt. Ein akkurat geschnittener Bart galt als Statussymbol. In England erhob man sogar eine Bartsteuer. Jeder Bartträger musste einen gewissen Steuersatz abführen. Dadurch stieg der Status des Barts aber nur noch mehr.

Renaissance Frauenfrisur 1500

Renaissance Frauenfrisur
Pagenfrisur Renaissance

Ausschnitt "Bildnis eines Knaben"
(um 1500) von Pinturicchio

Renaissance Männerfrisur

Ausschnitt aus einem Selbstporträt
Albrecht Dürers (um 1498)

Renaissance Frauenfrisur Haarnetz

Damenfrisuren der Renaissance



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Barock (1600 – 1790)


Barock Frisuren Perücke

Der erneute Ausbruch der Pest Ende des 15 Jahrhunderts bedeutete das endgültige aus für den Großteil der Badehäuser. Die Körperpflege reduzierte sich auf ein Minimum, die so genannte „Katzenwäsche“, d.h. Pudern und Auftragen von Duftstoffen um den Körpergeruch zu überdecken.
In dieser Zeit war die Arbeit von Frisurengestaltern und Perückenmachern immer mehr gefragt. Die Damenfrisuren wurden immer aufwendiger und die von Frankreich ausgehende Perückenmode für Männer nahm beachtlichen Einfluss auf das gesellschaftliche Leben. Das Tragen von Perücken wurde zur Vorschrift und zusätzlich auch versteuert. Aufgrund der hohen Nachfrage, stieg der Preis für eine Perücke soweit, dass viele Familien sich kaum noch etwas leisten konnte, damit jedes Familienmitglied mit einem solchen Stück ausgestattet werden konnte.


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Französische Revolution


Französische Revolution

Jean-Jacques Rousseau


Biedermeier (1790 – 1850)


Biedermeier Frisuren geflochtener Zopf Hochsteckfrisuren

Die französische Revolution bedeutete das Aus für die Perückenmode. Das Perückenmacherhandwerk musste sich umorientieren. Die Verwendung von Haarschmuck kam in Mode. Insbesondere Haarersatzteile, Einsteck- Haarkämme, Flechtwerk, Blumen, Gold- und Silberborden, Seiden, Samtbänder, Federn und Netze sowie Gold- und Silberpuder. Der Einfallsreichtum brachte immer neue Kreationen hervor, wobei Haarersatzteilen jeweils eine wichtige gestalterische Rolle spielten, um mehr Volumen zu erzielen und der Frisur eine besondere Bedeutung zu geben.



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Jugendstil (1850- 1900)


19. Jahrhundert Frauenfrisur

Am Ende des 19. Jahrhunderts kehrte Schlichtheit ein in der Frisurenfrage. Immer mehr Menschen gingen zwar zum Coiffeur, aber aufwendige und vor allem strenge Frisuren kommen außer Mode. An deren Stelle treten einfache, praktische, "wilde" Frisuren (in Anlehnung an das jugendlich natürliche Lebensgefühl, das dem Jugendstil seinen Namen gab). Lediglich gefärbt werden die Haare und in Paris kommen die ersten Vorreiter der Dauerwellen-Apparate auf den Markt.

Bei den Männern erfreuen sich Koteletten einer großen Beliebtheit. Diese fallen für heutige Betrachter durch ihre Extravaganz und Buschigkeit auf.


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20er Jahre


Frisuren der Zwanziger Jahre Bob Kurzhaarfrisur

In den 20er Jahren kommen Kurzhaarfrisuren in Mode, unter anderem verursacht durch die sich ändernde Stellung der Frau in der Gesellschaft. Oft wurden jedoch Hüte getragen, die vom neuen Haarschnitt nicht viel erkennen ließen.


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30er Jahre

Groß gefragt sind in diesem Jahrzehnt die Wasserwellen. Dabei wurden die angefeuchteten Haare mit speziellen Klammern eng am Kopf fixiert und zu leichten Wellen geformt.


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40er Jahre

Markant in dieser Zeit sind die Page-Boy-Frisuren und die Olympiarolle.


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50er Jahre

Der Rock’n’Roll begeistert die Welt. Bei den Frauen sind hochtoupierte Haare und bei den Männern die Elvistolle angesagt. Unter den Bärten feiern die Koteletten ein Comeback. Ausgelöst durch den bekanntesten Kotelettenträger überhaupt, Elvis Presley.


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60er Jahre

In den 60er Jahren erreichen die Haartürme der Frauen beeindruckende Höhen und bekommen den Namen „Beehive“.
Bei den Männern werden die Haare immer länger. Ein Trend der in Europa größtenteils den Beatles zu verdanken ist, die mit ihrer Musik die Massen begeisterten.


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70er Jahre

Eine Generation stellt sich gegen das Establishment. Punks tragen die wohl auffälligsten und buntesten Frisuren in dieser Zeit. Am meisten bekannt sind sicherlich die Irokesenschnitte, die die rebellische Haltung unterstreichen sollen.


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80er Jahre


Der bekannteste Trend aus den 80er Jahren ist zweifelsohne die Vokuhila (Kurzform für vorne-kurz-hinten-lang).


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