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Emo ist in aller Munde, keiner weiß Genaues aber jeder hat dazu eine Meinung. Typisch, oder? Überall im Netz finden sich Abhandlungen darüber, was Emos sind und was nicht. "Emo" gilt mittlerweile als Schimpfwort und wird inflationär gebraucht.
Auf der Straße und im Internet erlebt man leider regelrechte Hetzjagden auf Anhänger dieses Stils. Letztendlich gibt dieses Verhalten Aufschluss darüber, dass in unserer Gesellschaft eine ganze Menge schiefläuft und nicht die Emos die Gestörten sind. Für Aggressionen, Feindbilder und als Witzfiguren bieten sich wahrlich andere Personengruppen an. Doch natürlich ist es am einfachsten auf diejenigen loszugehen, die keinem etwas zuleide tun. Echt schwach! Die Hetze führt soweit, dass mittlerweile sogar Menschen blöd angemacht werden, die einfach nur Schwarz, ein Piercing, Chucks, etwas längere Haare als Mann, den Rockabilly-Style oder Straight Edge (eine Gegen- bzw. Jugendkultur aus dem Hardcore Punk, die den selbstzerstörerischen Drogenkonsum ablehnte: Verzicht auf Alkohol, Tabak und sonstige Drogen, teilweise auch auf häufig wechselnde Geschlechtspartner sowie Fleischkonsum) nach außen tragen. Klischees und die gnadenlos kommerzialisierte Musikindustrie bilden hier des Pudels Kern.
Dabei fing Emo recht harmlos an. Emo ist die Kurzform von Emotional Hardcore und leitet sich aus der Musikrichtung Hardcore-Punk ab. Schwerpunkte der Musik sind – wie der Name schon sagt – Gefühle (und nicht nur negativer Natur), die man als Mann sonst und vor allem in bestimmten Kreisen zu unterdrücken hatte. Also eine kleine Revolution und nichts, worüber man sich lustig macht, wenn man seinen Kopf nicht nur für Frisuren benutzt. Letztgenannte unterschieden sich im Emotional Hardcore nicht von den üblichen aus der Hardcore- und Punkszene.
Aktuell kursiert allerdings eine mit viel Kitsch und "hello kitty" oder "Emily the Strange"-Merchandise verniedlichte Mainstream-Abwandlung von "Emo", die mit den Ursprüngen wenig bis gar nichts mehr gemeinsam hat und vom Styling her in seiner extremsten Form eher an den Sänger von Tokio Hotel Bill Kaulitz erinnert. Zudem bedient sich dieser Style aus fremden Töpfen:
Typische Frisuren der Szene sind zum Teil von den Gothics abgekupfert: schwarz (vereinzelt auch platinblond) gefärbte Haare mit langen Ponys, die tief ins Gesicht reichen und von roten, pinken oder lila Strähnen durchzogen werden, meist ein starker Seitenscheitel, teilweise stark antoupiertes Haar am Hinterkopf – bei Frauen UND Männern.
Als Haarschmuck dienen Haarreifen, Schleifen und Gummis mit Totenkopfsymbolen, sowie Würfeln, Sternen und Herzen, die man sich von der Rockabilly-Szene abgeschaut hat.
Großereignis: Vorzeige-Emo Pete Wentz lässt sich auf der Bühne von Mark Hoppus (Blink 182) die Haare abrasieren
ein internationales Phänomen