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Bildquellen:
Kinnlanger Bob, blonde Frau © Clarissa Schwarz / PIXELIO
Durchgestufter Bob © Konstantin Gastmann / PIXELIO

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bob-frisur




Der Bubikopf (sprich: eine knabenhafte Frisur), heute kurz Bob genannt, oder auch Pagenkopf/Pageboy in seiner urspünglichen Form ist eine relativ einfache und praktische Frisur: Die Haare werden einfach auf Kinnlänge abgeschnitten, die Schere kann auch etwas höher oder niedriger angesetzt werden. Beim Pagenkopf kürzt man die Haare auf eine Länge (Schulter, Kinn oder noch kürzer), in Kombination mit einem stirnlangen, geraden Pony.


Bob klassisch

Bereits die Pharaonin Cleopatra trug den Pagenkopf und auch wenn die Ägypter längst der Geschichte angehören, die Bob-Frisur lebt weiter und wird heute sogar als neuer Trend gefeiert, allerdings mit recht schrägen Abwandlungen.

www.orsay.de Am Beispiel des Bobs zeigt sich einmal mehr die gesellschaftspolitische Bedeutung, die eine Frisur besitzen kann. Während Männer mit langen Haaren zur Hippie-Zeit das Establishment schockten, taten Frauen dies in den Goldenen 20er Jahren mit ihren frechen Bubiköpfen. Alte Zöpfe wurden im wahrsten Sinne des Wortes abgeschnitten und kurze Haare als Zeichen der Gleichberechtigung getragen. Damit nicht genug: Die Frauen brachen komplett mit Geschlechterklischees, posierten rauchend, trugen Hosenanzüge oder Charlestonkleider, die gerade und locker fielen und somit die Figur umspielten aber nicht betonten (wie sollte man sonst ausgelassen Charleston tanzen können?). Den "Verlust der Weiblichkeit" kompensierte man mit auffallendem MakeUp.
Aber auch ein anderes gesellschaftliches Ereignis verkürzte die Haare bei Frauen: Die Öffnung des Pharaonengrabs von Tutanchamun 1922 im Tal der Könige in Ägypten. Damals interessierte man sich noch für solche kulturellen Sensationen. Die Begeisterung ging bei den Frauen so weit, dass sie die ägyptische Haarmode nachahmten und den geraden geometrischen Pagenschnitt trugen.

Von nun an wurden die Haare immer kürzer: Anschnitt im Nacken, die Haare bis zum Ohrläppchen abgeschnitten, denn das betonte die Wangenknochen, entweder voluminös, sanft gewellt (siehe Wasserwelle), glatt gekämmt oder verziert mit einer seitlich von den Schläfen bogenförmig ins Gesicht gestylten Haarlocke ("Herrenwinker") getragen. Den Pony schnitt man gerade oder kämmte die Haare ganz aus dem Gesicht. Als beliebteste Haarfarben galten Schwarz und Wasserstoffblond.

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Während der folgenden Jahrzehnte wuchsen die Haare wieder nach, bis sie in den 60ern erneut dem Pagenschnitt zum Opfer fielen. Die Beatles machten sich mit ihrem "Topfschnitt" als Pilzköpfe einen Namen und die Frauen benutzten wieder einmal die Kurzhaarfrisur zur Reklamation ihres neuen Selbstbewusstseins (nach den Kriegsjahren und entsprechenden reaktionären Bestrebungen). Als modern galten der Rundschnitt, feine Stufen oder der streng geometrische und stumpf geschnittene "Courrèges-Schnitt".

Bob-Frisur Heute ist (fast) alles erlaubt und so trägt man den Bob in allen möglichen und unmöglichen Farben und Schnitten und vor allem asymmetrisch, damit es eben nicht wie ein "Topfschnitt" sondern möglichst modern und trendy aussieht. Der Pony besitzt entweder die gleiche Länge wie das Deckhaar oder wird schräg übers Gesicht fallend geschnitten. Der Bob erhält einen fransigen Stufenschnitt (für mehr Volumen) oder umrahmt das Gesicht glatt fallend in asymmetrischem Schnitt: im Nacken stark angestuft bzw. anrasiert und nach vorne hin länger werdend oder auf der einen Kopfseite kürzer geschnitten als auf der anderen. Für die ganz Experimentierfreudigen sei folgende Bob-Variante erwähnt: das Deckhaar über dem Ohr gerade abschneiden und das Haar darunter bis zum Kinn tragen (sprich: ein extremer Stufenschnitt bestehend aus nur einer Stufe). Diese auffallende Bob-Frisur bietet sich zudem für effektreiche Färbungen an (z.B. oben schwarz, unten rot). Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt - nur dem eigenen Mut ;)






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